50 Ways To Graceland

Seit langer Zeit habe ich mich am vergangenen Samstag mal wieder auf den Schanzen-Flohmarkt rund um die Alte Rinderschlachthalle gewagt. Dort ist es erfahrungsgemäß immer sehr voll und oft war ich enttäuscht, da dort hauptsächlich professionelle Händler (die auch professionelle Preise verlangen) zu finden sind. Aber: die Cruise Days hatten wohl viele an den Hafen gelockt, so dass man genügend Platz zum Stöbern hatte. Einmal hatte ich schon das Glück ein wirkliches Schnäppchen zu finden und habe gleich fünf uralte Fischer- und  rororo-Taschenbücher (in gutem Zustand) für nur drei Euro abgestaubt (darunter Werke von Tucholsky, Tennessee Williams und Camus). Aber dieses Mal sollte der Flohmarktbesuch besonders gelingen. Nach kurzem Stöbern bei einem Schallplatten-/DVD-/CD-Händler entdeckte ich eine Schallplatte auf der Thomas Mann (höchstpersönlich) die Musterungsszene aus „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ liest.

Felix Krull ist mein liebstes Werk von Thomas Mann (vielleicht gemeinsam mit „Der kleine Herr Friedemann„) und hat mich, nachdem ich mich durch den Zauberberg und die Buddenbrooks gequält hatte,wieder mit dem Autor „versöhnt“. Besonders schön an diesem überraschenden Fund war, das meine nette Begleiterin mir noch kein Präsent zum Geburtstag überreicht hatte und nun anbot mir die kostbare und völlig unzerkratzte Aufnahme zu schenken. Danke schön & Patati-patata!

Durch diesen Fund ermuntert grub ich mich weiter durch die Schallplatten und entdeckte letztendlich eine Paul Simon – Compilation (auch makellos wie frisch aus der Presse) auf der u.a. zwei Stücke waren, die sich bisher nicht in meiner Musiksammlung befunden hatten,ja sogar schmerzlich vermisst wurden: das großartige „50 Ways To Leave Your Lover“ und meine Kindheitshymne „Me And Julio Down By The Schoolyard„….

Ich war eigentlich zu diesem Zeitpunkt schon glückselig, als mein Blick während des Bezahlvorgangs auf eine DVD fiel, welche ich ohne zu zögern mitkaufte: „Paul Simon – Graceland: The African Concert“. Das Album Graceland von 1986 gehört ohnehin zu meinen Top10-Alben und die Konzertausschnitte kannte ich bisher nur von Youtube. Die DVD wurde während zweier Konzerte in Harare in Simbabwe aufgezeichnet, auf denen Simon mit einer großartigen Band (!!) und den afrikanischen Künstlern Miriam Makeba, Hugh Masekela, Ray Phiri und Ladysmith Black Mambazo spielte. Neben den Songs vom Album wurden auch Stücke der afrikanischen Künstler gespielt. Die Gänsehaut war nach einer halben Minute da und dauerte die ganzen 90 Minuten an, bei „Call me Al“ hatte ich sogar Tränen in den Augen, weil über 45.000 Menschen nur noch ausgelassen tanzen und hüpfen…

Bezahlt habe ich für Platte und DVD schlappe 15 Euro (und um es noch einmal zu betonen, ist beides in ausgezeichnetem Zustand). Und danach ging es „für umsonst“ in den bezaubernden Wohlerspark!

Hach, das Leben kann so einfach und schön und günstig sein!

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Hamburg, Konsum, Kunst, Leben, Musik, Unterhaltung, Zeitverschwendung

3 Antworten zu “50 Ways To Graceland

  1. R.

    entenfell pur! und mehr wege…
    R.

  2. Alena

    Und jetzt duz mich derb, Du kühner Knecht!

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