„I’m feeling pretty good. Pretty, pretty, pretty, pretty good.“

Bis jetzt war es viel zu sommerlich um seine Zeit im Haus zu verbringen… da sich die Hitze aber momentan etwas zurückgezogen hat, möchte ich eine weitere (Fernseh-)Serie empfehlen. Denn in sehr sehr ferner Zukunft wird es vielleicht auch wieder Herbst und Winter sein, und spätestens dann können Badesee und Park ohne schlechtes Gewissen durch Couch und DVD-Spieler ersetzt werden. Wer den Serienklassiker „Seinfeld“ mag, dem wird auch mein zweiter Serientipp gefallen (wenn er ihn dann nicht ohnehin schon kennt)….…denn die Serie „Curb Your Enthusiasm“ stammt von Larry David, dem Miterfinder, Co-Autor und Produzent von „Seinfeld“, der auch als Vorbild für die Rolle des George Costanza diente. Entwickelt wurde die vielfach ausgezeichnete Serie aus einer einstündigen „Mockumentary“ mit dem Titel Larry David: Curb Your Enthusiasm“, die der US-amerikanische Fernsehsender HBO 1999 ausstrahlte und die ursprünglich als einmaliges Projekt geplant war. Seit dem Jahr 2000 sind bisher sieben Staffeln mit jeweils zehn Folgen ausgestrahlt worden; die achte Staffel wird voraussichtlich ab dem Frühjahr 2011 in den USA gezeigt.

Wie schon bei Seinfeld, geht es in der Serie eigentlich um Nichts. Allerdings gibt es pro Staffel gibt es eine grobe Rahmenhandlung, die in der jeweiligen letzten Folge „aufgelöst“ wird. Larry David spielt in „Curb Your Enthusiasm“ eine übersteigerte Version seiner selbst, mit genau den Eigenschaften, die auch schon die Rolle des George Costanza in Seinfeld so berüchtigt machten: er ist neurotisch, egoman, rechthaberisch und etwas misanthrop und niemals um eine Ausrede verlegen, sei sie auch noch so weit hergeholt. Es fällt ihm immer wieder schwer, ein in seinen Augen falsches Verhalten anderer zu ertragen, während er mit sich selbst weniger hart ins Gericht geht. Meist ist es jedoch guter Wille, der ihn antreibt und sehr oft ins Chaos führt, so dass er sich selbst oft als Opfer der Umstände sieht. Zwei immer wiederkehrende Elemente sind Larrys prüfender Blick (mit eigener Musik), wenn er denkt er werde belogen und die sarkastische Aussage „pretty- pretty- prettay good“.

Als gut situierter TV-Autor und -Produzent, der sich (trotz Büro) praktisch im Ruhestand befindet, lebt er mit seiner Frau Cheryl (Cheryl Hines), die eigentlich Schauspielerin ist, sich aber als „Nur-Ehefrau“ ehrenamtlich für den Umweltschutz einsetzt, in einer der nobleren Gegenden von Los Angeles. Neben Larry und Cheryl gehören Larrys Manager Jeff (Jeff Garlin), dessen temperamentvolle Ehefrau Susie (Susie Essman) und der Comedian Richard Lewis und Ted Danson, die sich selbst als alte Freunde Larrys spielen, zur Stammbesetzung. Ergänzt wird die Cast durch Larrys verwitweten Vater Nat David (Shelley Berman), und seinen alten Bekannten Marty Funkhouser (Bob Einstein) und viele wiederkehrende Rollen und Gaststars, u.a.  Martin Scorsese, David Schwimmer, Mel Brooks, die Seinfeld-Hauptdarsteller und Ben Stiller. Sowohl seine Frau Cheryl, als auch seine engeren Freunde haben immer wieder unter Larrys kompromissloser Art zu leiden, wobei Jeff am verständnisvollsten reagiert und oft sogar mit Larry „unter einer Decke steckt“, das wiederum führt vor allen Dingen bei Susie zu grandiosen Verbalattacken gegen Larry. Der Zuschauer ist ständig zwischen Fremdscham und Identifikation mit dem Hauptdarsteller hin- und hergerissen. So könnte ich mir unendlich viele Folgen hintereinander ansehen, während eine Kollegin mir erzählte, sie könne immer nur eine Folge gucken und müsse sich danach erstmal „erholen“. Ein Fan ist sie natürlich trotzdem.

Das dokumentarische Element wird durch den Handkamera-Stil, in dem ein Großteil der Serie gedreht ist, hervorgehoben. Die Charaktere sind teilweise so skurril, wie sie nur im echten Leben sein können. Die Dialoge sind nur grob vorgegeben, die Schauspieler improvisieren zum größten Teil. Trotzdem findet sich die „Handschrift“ Larry Davids immer wieder, die sowohl durch subtilen als auch durch bisweilen flachen Humor besticht. David ist für mich der witzigste und talentierteste Serienautor der Gegenwart und noch dazu ein guter Schauspieler, aber davon muss sich jeder selbst überzeugen! Als kleiner Teaser hier noch eine der (gefühlten 3000) Lieblingsszenen aus Curb, die sich mit dem in modernen Komödien immer wieder gern thematisierten Tourette-Syndrom beschäftigt.

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Eingeordnet unter Quatsch, Serie, Unterhaltung, Zeitverschwendung

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