Diese komische WM, meine Oma & ein Okrakel

Wie immer im Fussball läuft auch diese WM sehr unberechenbar ab, zumindest für mich 😉 . Natürlich war ich sehr traurig, dass Argentinien aus dem Turnier geflogen ist. Meine Zuneigung zu Maradona, und die daher rührende Sympathie für die Albiceleste habe ich bereits in meinem ersten WM-Beitrag beschrieben. Aber ein bisschen war ich auch hingerissen vom taktisch sehr guten Spiel und dem verdienten Sieg der deutschen Mannschaft.

Nicht ganz so hingerissen war ich jedoch davon, dass  nach dem Spiel erstmal viele der deutschen Fans auf den Argentiniern rumhacken mussten. Bei der letzten WM haben sich viele (zu Recht) über das unsportliche Verhalten der Argentinischen Auswahl nach dem verlorenen Spiel beschwert. Besonders in Anbetracht dessen, finde ich es total unangebracht guten Verlierern, als die sich die Argentinier dieses Mal erwiesen haben, Beleidigungen hinterher zu rufen. Für emotionale  und verbale Ausbrüche der Fans während des Spiels habe ich Verständnis, aber dieses Verhalten im Nachhinein finde ich nur schäbig.

Versöhnt mit dem Sieg der deutschen Mannschaft hat mich allerdings der rührende Anruf meiner fast 90-jährigen Oma, die sich immer noch völlig aufgeregt zehn Minuten nach dem Abpfiff bei mir meldete und erzählte sie habe „richtig Gänsehaut“ gehabt und sei für die letzten zehn Minuten des Spiels zu ihrer Nachbarin gegangen, weil sie „den Siegestaumel nicht allein überstehen“ konnte. Als ich etwas verwundert meinte, dass ich mich über ihre Euphorie freue, sagte sie nur, dass sie sogar traurig sei, dass ihre Mutter (meine Uroma also, die jetzt 110 Jahre alt wäre) das nicht mehr erleben könne, denn sie hätte ja auch schon so gern Fussball geguckt.

…und Schuld an Argentiniens und meinem Unglück ist eindeutig dieser Tintenfisch namens Paul, der anscheinend bei dieser WM im Auftrag der FIFA die Sieger der anstehenden Spiele bestimmt. Von wegen Orakel, von wegen 100%ige Trefferquote! Ein ganz fieses diktatorisches „Okrakel“ ist dieser Paul. Morgen um 11 Uhr macht er seine „Vorhersage“ für das Halbfinale Spanien/Deutschland. Ich setzte dann all mein Geld auf seinen Tipp, ha! Aber wahrscheinlich irrt er sich dann zum ersten Mal. Für die nächste WM schlage ich vor, nur noch Paul in seinem Aquarium mit den Glaskisten zu zeigen. Das spart allen Beteiligten sicherlich Geld und Nerven, und dann kann sich auch keiner mehr mit einer Fehlentscheidung der Schiedsrichter rauswinden… Nur wo man die eine Millionen FIFA-Logos im Aquarium platzieren könnte, die permanent eingeblendet werden müssen, muss ich mir noch überlegen. Kann ein Tintenfisch eigentlich Vuvuzela spielen?

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Leben, Quatsch, Sport, Unterhaltung, Welt, Zeitverschwendung

3 Antworten zu “Diese komische WM, meine Oma & ein Okrakel

  1. Christina

    Liebe Julia,

    das ist echt ein super unterhaltsamer Text!
    und grüss mal Deine Omi vorn mir, falls sie sich noch an mich erinnert, ich habe sehr gute Erinnerungen an Sie!

    Gruss
    Christina

  2. rohling

    tintenfischvuvuzela: *bluuuuuuuuuuuuuub*

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