Mit Gift und Genen….

…ist der Titel meiner Buchempfehlung. Die französische Journalistin Marie-Monique Robin präsentiert in dem 2009 erschienenen Buch die Ergebnisse ihrer Recherchen über den Lebensmittelkonzern Monsanto für die 2008 erstmals ausgestrahlte Reportage Monsanto, mit Gift und Genen“ für arte.

Robin beschreibt den „Aufstieg“ des Unternehmens Monsanto, ursprünglich ein Chemie-Konzern und ohne Übertreibung (auch wenn BP sich momentan sehr bemüht diesen Rekord zu einzustellen) „einer der größten Umweltverschmutzer der Industriegeschichte“. Der Konzern, der anfänglich hauptsächlich durch PCB, Dioxin und das Unkrautvernichtungsmittel Roundup die Umwelt gefährdete, hat sich seit langem vorgenommen den Lebensmittelmarkt weltweit zu beherrschen. Dieses Ziel allein klingt für mich schon bedrohlich und befremdlich.

Bevor die Journalistin im zweiten Kapitel das Kernthema behandelt, die Gentechnisch Verändertern Organismen (GVO),  gibt sie einen historischen Abriss der Entwicklung Monsantos, das als kleines Chemie-Unternehmen begann. Durch die Schilderung mehrerer Skandale, mit Dioxinen, PCB und „Agent Orange“  bis zum Rinderwachstumshormon rBGH, lernt der Leser vor allen Dingen Eines über Monsanto: Die betriebswirtschaftlichen Ziele scheinen die einzigen Unternehmensziele zu sein.

Skrupellosigkeit ist ein zu schwaches Wort für die Vorgehensweise. Monsanto droht, kauft auf, klagt in den Bankrott oder unterwandert. Mitarbeiter Monsantos wechseln zwischen dem Konzern und der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA hin und her (klassische „Drehtür-Politik“), Studien werden verfälscht, unangenehme Erkenntnisse zurückgehalten und kritische Stimmen im Keim erstickt. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit den aktuellen „Aktivitäten“ Monsantos auf der ganzen Welt und ihren Folgen für die dort lebenden Menschen ( Soja in Südamerika und Baumwolle in Indien).

Das Fazit dieses Buches ist für mich, dass es immer noch schlimmer ist, als man es sich vorstellen kann und, dass man niemals aufhören darf Fragen zu stellen, sich einzubringen und größtmögliche Sicherheit für Mensch und Umwelt zu fordern.

Für mich ist Robins „Mit Gift und Genen“ eine Pflichtlektüre! Auch in Anbetracht dessen, dass die EU es nun BASF (genau, auch ein Chemie-Konzern) genehmigt hat die zur Stärkegewinnung gezüchtete „Genkartoffel“ Amflora anzubauen.

Wem es zu mühsam ist, sich in diese komplexe Thema 435 Seiten lang einzulesen, dem sei die Dokumentation natürlich auch in der Fernseh-Fassung empfohlen. Wer noch mehr über den „Monsanto-Way-Of-Domination“ lernen möchte dem sei an dieser Stelle auch der Film des Bauern Percy Schmeiser empfohlen.

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Eingeordnet unter Leben, Politik, Welt

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