O blumer Tag! O schlusse Fron!

Anmerkung zu einem schmissigen Abgang

Roland Koch hat seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Woche mit einer schöneren Meldung beginnen könnte (realistisch betrachtet ist mit Weltfrieden und Ende des Hungers wohl demnächst nicht zu rechnen).Schon in den vergangenen Wochen war es ungewohnt ruhig um den CDU-Vize und hessischen Ministerpräsidenten. Mir bereitete das Sorgen, sah ich Koch schon auf den Stuhl des angeschlagenen Schäubles rücken. Mit seiner zukunftsorientierten Forderung im Zuge notwendiger Sparmaßnahmen die Ausgaben für die Bildung zu verringern, machte er in der vergangenen Woche aber wieder Schlagzeilen.

Auch vorher hatte es Koch wie kaum ein anderer Politiker der Gegenwart geschafft, sich zu positionieren: Mit ungewöhnlichen Ideen, von Erziehungscamps für jugendliche Kriminelle, wenig subtilen Wahlwerbe-Slogans wie „Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen!“ und rechtlich sicherlich tadellosen Vorfällen wie der Steuerfahnder-Affäre in Hessen. „Adel verpflichtet“, schließlich war er auch schon in die CDU-Spendenaffäre in Hessen verwickelt.

Zum Abschied sagte er, Politik sei immer ein faszinierendes Element in seinem Leben gewesen. Aber: „Politik ist nicht mein Leben“. Diese Erklärung ist anrührend, wahr und wenig überraschend: Nein, Roland, Politik  war nie Dein Leben. Sie war stets nur Mittel zum Zweck: Deine wahre Leidenschaft ist selbstverständlich die Macht. Daran hat nie jemand gezweifelt. Dein letzter Streich ist es, den Hessen Deinen alten Kumpel aus schwerer Zeit Volker Bouffier als Nachfolger anzukündigen, der selbst schon einige dubiose Amtshandlungen hinter sich gebracht hat.

Und da Du jetzt planst Dich „im Bereich von Wirtschaft und unternehmerischen Entscheidungen betätigen“ wird sich für Dich wohl wenig ändern. Es könnte in der „freien Marktwirtschaft“ etwas schwieriger werden , Dich durchzusetzen als gewohnt, es werden dort wahrscheinlich weniger Menschen bereit sein in der Not das „Bauernopfer“ für Dich zu spielen. Dein lobbyistisches und populistisches Auftreten als Politiker  hat Dir aber sicherlich eine Menge „Drehtüren“ in die Wirtschaft geöffnet. Da gehörst Du auch hin.

Und komm‘ bitte nicht wieder!

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